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Willkommen beim Blog über das Verhalten des Menschen
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Wenn Wörter ihre Bedeutung wechseln – wie politische Konflikte unsere Sprache verändern
Vor ein paar Wochen sass ich bei einem Abendessen, bei dem sich zwei kluge Menschen fast in die Haare gerieten, wegen eines einzigen Wortes: Freiheit. Für den einen war das ungefähr das, was in der Bundesverfassung steht. Für die andere klang es eher nach Eigenverantwortung, nach "der Staat soll sich da raushalten". Beide benutzten dasselbe Wort. Beide meinten etwas anderes. Und beide waren felsenfest überzeugt, es gehöre ihnen. Das ist, glaube ich, kein Einzelfall. Wörter wi


Warum wir nach Niederlagen so schlechte Erklärer sind
Jede Fußball-WM das gleiche Theaterstück. Kaum scheidet eine Fußballnationalmannschaft aus einem großen Turnier aus, beginnt ein Ritual, das sich seit Jahrzehnten wiederholt. Plötzlich weiß jeder, warum es geschehen ist. Die Erklärungen überschlagen sich: Der Trainer habe die falschen Spieler nominiert. Die Spieler seien überschätzt gewesen. Es habe an Mentalität, Einsatzwillen oder Führungsqualität gefehlt. Manche führen sogar die politische Stimmung im Land als Ursache an.


Fußball-WM 2026: Das schönste Spiel der Welt ist auch das zufälligste
Die Weltmeisterschaft läuft. Millionen Menschen (natürlich auch ich) fiebern mit, rätseln, jubeln, verzweifeln. Experten analysieren Pressing-Intensitäten, Expected-Goals-Werte und Passquoten. Trainer erklären im Nachhinein mit professioneller Miene, warum genau das eingetreten ist, was sie erwartet hatten. Und die Kommentatoren liefern die passende Erzählung dazu. Dabei wäre Bescheidenheit angebracht. Denn es gibt eine ungemütliche Wahrheit über den Fußball, die kaum jemand
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Wenn Wörter ihre Bedeutung wechseln – wie politische Konflikte unsere Sprache verändern
Vor ein paar Wochen sass ich bei einem Abendessen, bei dem sich zwei kluge Menschen fast in die Haare gerieten, wegen eines einzigen Wortes: Freiheit. Für den einen war das ungefähr das, was in der Bundesverfassung steht. Für die andere klang es eher nach Eigenverantwortung, nach "der Staat soll sich da raushalten". Beide benutzten dasselbe Wort. Beide meinten etwas anderes. Und beide waren felsenfest überzeugt, es gehöre ihnen. Das ist, glaube ich, kein Einzelfall. Wörter wi
28. Juli3 Min. Lesezeit


Warum wir nach Niederlagen so schlechte Erklärer sind
Jede Fußball-WM das gleiche Theaterstück. Kaum scheidet eine Fußballnationalmannschaft aus einem großen Turnier aus, beginnt ein Ritual, das sich seit Jahrzehnten wiederholt. Plötzlich weiß jeder, warum es geschehen ist. Die Erklärungen überschlagen sich: Der Trainer habe die falschen Spieler nominiert. Die Spieler seien überschätzt gewesen. Es habe an Mentalität, Einsatzwillen oder Führungsqualität gefehlt. Manche führen sogar die politische Stimmung im Land als Ursache an.
2. Juli3 Min. Lesezeit


Fußball-WM 2026: Das schönste Spiel der Welt ist auch das zufälligste
Die Weltmeisterschaft läuft. Millionen Menschen (natürlich auch ich) fiebern mit, rätseln, jubeln, verzweifeln. Experten analysieren Pressing-Intensitäten, Expected-Goals-Werte und Passquoten. Trainer erklären im Nachhinein mit professioneller Miene, warum genau das eingetreten ist, was sie erwartet hatten. Und die Kommentatoren liefern die passende Erzählung dazu. Dabei wäre Bescheidenheit angebracht. Denn es gibt eine ungemütliche Wahrheit über den Fußball, die kaum jemand
27. Juni2 Min. Lesezeit


Was wir in 20 Jahren über das Gehirn gelernt haben und was wir weiterhin nicht wissen(1)
Es war die Dekade des Gehirns. Die 1990er Jahre. Neue Bildgebungsverfahren, neue Rechner, neue Hoffnungen. Plötzlich konnte man dem lebenden, denkenden Gehirn beim Arbeiten zuschauen oder zumindest glaubte man das. Was seither passiert ist, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Wir wissen heute erheblich mehr. Und wir sind erheblich bescheidener geworden. Das Gehirn ist kein Kühlgerät Fangen wir mit dem Offensichtlichen an, das gar nicht so offensichtlich ist: Das Gehirn w
24. Juni3 Min. Lesezeit


Was Neurowissenschaft und Buddhismus gemeinsam haben – eine Begegnung mit dem Dalai Lama
Zu den besonderen Erlebnissen meiner wissenschaftlichen Laufbahn gehört zweifellos die Begegnung mit dem Dalai Lama anlässlich eines neurowissenschaftlichen Symposiums an der Universität Zürich im Jahr 2005. Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen (Neurowissenschaftler, Mediziner, Psychologen und Informatiker) waren eingeladen, mit dem geistlichen Oberhaupt des tibetischen Buddhismus über Fragen des Gehirns, des Geistes und des menschlichen Bewusstseins zu diskutieren (
23. Juni3 Min. Lesezeit


Golgi, Cajal und die schönste Niederlage der Wissenschaftsgeschichte
Golgi, Cajal und die schönste Niederlage der Wissenschaftsgeschichte, oder Intelligenz schützt nicht vor Fehlern und emotionalen Selbstschutz Camillo Golgi links und Santiago Ramón y Cajal rechts Stockholm, Dezember 1906. Zwei Männer sitzen im selben Saal, empfangen denselben Preis, und können sich nicht ausstehen. Camillo Golgi, Italiener, Professor in Pavia, Nestor der Neuroanatomie. Santiago Ramón y Cajal, Spanier, Sohn eines Landarztes aus Aragonien, der sich die Wissensc
23. Juni4 Min. Lesezeit


Feindbilder funktionieren in der Politik von selbst
Richard von Weizsäcker war kein Mann der billigen Pointen. Umso bemerkenswerter, dass ihm einer der treffendsten Sätze über den deutschen Politikbetrieb gelungen ist, der recht knapp, kühl, sogar vernichtend klingt: „Bei uns ist ein Berufspolitiker im Allgemeinen weder ein Fachmann noch ein Dilettant, sondern ein Generalist mit dem Spezialwissen, wie man politische Gegner bekämpft.“(1) Er sagte das Anfang der 1990er Jahre, als es noch kein Internet, kein Twitter und kein TikT
23. Juni3 Min. Lesezeit


Bullshit, Unsinn und das Gehirn – Warum wir so anfällig für geistigen Müll sind
Erstellt mit ChatGPT - Bullshitflut Es gibt Wörter, die erstaunlich präzise beschreiben, was in unserer modernen Welt täglich passiert. „Bullshit“ gehört dazu. Kaum ein Begriff bringt so elegant auf den Punkt, was wir in sozialen Medien, politischen Debatten, Werbebotschaften oder auch in mancher Vorstandspräsentation erleben. Bullshit ist allgegenwärtig. Er begegnet uns in Talkshows, auf LinkedIn, in pseudowissenschaftlichen Gesundheitsratgebern und manchmal sogar an Univers
27. Mai3 Min. Lesezeit


Wer redet hier eigentlich? Selbstkommunikation im Netz und was sie mit unserem Gehirn macht.
Wir posten, liken, kommentieren, aber hören wir noch zu? Soziale Medien machen aus Kommunikation oft ein Selbstgespräch. Warum unser Gehirn das liebt und was dabei verloren geht. Stell dir vor, du sitzt mit einer Freundin beim Kaffee. Ihr redet über ihren neuen Job, ihre Pläne, einen Streit mit dem Partner. Dann erzählst du von dir. Ein echtes Gespräch entsteht: ein Hin und Her, Zuhören und Antworten, manchmal auch Schweigen. Jetzt öffne Instagram. Du postest ein Foto. Du sch
18. Apr.3 Min. Lesezeit


Wahrnehmung – oder: Die erfundene Wirklichkeit
Wir sind überzeugt, die Welt zu sehen, wie sie ist. Doch in Wahrheit sehen wir sie so, wie unser Gehirn sie uns erzählt. Wahrnehmung ist keine passive Abbildung der Realität, sondern ein aktiver Konstruktionsprozess – eine fortwährende Interpretation dessen, was uns an fragmentarischen Sinnesdaten erreicht. Licht trifft auf die Netzhaut, Schall auf das Innenohr, Druck auf die Haut. Doch das alles sind zunächst nur physikalische Ereignisse, bedeutungslose Rohdaten. Erst im Geh
23. März2 Min. Lesezeit


Der neue Volkssport: Empörung
Angefertigt mit ChatGPT Es gibt Wörter, die gerade heute wie Trigger wirken. Man muss sie nur aussprechen – und schon reagieren viele Menschen mit Schnappatmung. Früher waren es „Geld“ oder „Sex“. Heute ist das Repertoire reichhaltiger. Worte wie „Klima“, „Migration“, „Gender“, „Ukraine“, „Israel“, „KI“ und ein scheinbar harmloses „Tempo 30“ reichen aus, um das vegetative Nervensystem hochzufahren. Bei solchen Wörtern kann man oft interessante Reaktionen beobachten. Kürzlich
10. Jan.3 Min. Lesezeit


Warum unser Gehirn liest, was gar nicht dasteht – Die wunderliche Kunst der Interpretation
Können Sie den Text lesen und verstehen – ist doch gar nicht so schwer, oder? Unser Gehirn ist mitunter eine wilde Interpretationsmaschine. Es interpretiert die Welt auf der Basis individueller Erfahrungen. Warum arbeitet unser Denkorgan so? Warum sieht es die Welt nicht so, wie sie ist, also faktenorientiert? Dieses Bild verfolgt mich schon sehr lange. Ich weiss nicht mehr so genau, wo ich es gefunden habe, aber es zeigt eindrücklich, wozu unser Gehirn fähig ist: Es kann da
3. Dez. 20254 Min. Lesezeit
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